Woche der SPD

Woche der SPD: Veranstaltung am 05. Mai 2009 im Schloßhotel Petry in Karden

Thema: Älter werden in Cochem-Zell - Die wenigsten werden zum Pflegefall

SPD-Diskussionsabend in Karden rückte Chancen des demografischen Wandels ins Zentrum - Das Wissen von Älteren darf nicht brachliegen
Der demografische Wandel macht vor Cochem-Zell nicht Halt. In Karden richteten Fachleute und Laien den Blick auf positive Aspekte einer Entwicklung, die für jeden Folgen hat
.

TREIS-KARDEN. Mehr als 40 Prozent der rund 65 000 Cochem-Zeller sind nach Zahlen des Statistischen Landesamtes schon 50 Jahre alt oder älter. Dieser Prozentsatz wird wachsen. Deshalb braucht es etwa flexiblere Arbeitszeitmodelle für Ältere, aber auch neue Formen, wie die Gesellschaft das Potenzial künftiger Ruheständler besser nutzen kann. Da waren sich Gäste wie Experten bei der SPD-Veranstaltung "Älter werden in Cochem Zell" im Kardener "Schloß-Hotel" einig.
Ein wichtiges Thema für alle
Gesund alt werden und aktiv bleiben, das wünscht sich jeder. Doch nur wenige Besucher kamen zum Diskussionsabend der SPD. Schuld sei ein "Veranstaltungs-High-Noon", so die Kreisvorsitzende Heike Raab. Zeitgleich tagte in Cochem eine Klimakonferenz. Aber wer der "Woche der SPD" treu blieb, bereute sein Kommen nicht.
Dr. Richard Auernheimer, einst Staatssekretär im Mainzer Sozialministerium, mahnte, die "Chancen des längeren Lebens" zu sehen. Nur sechs Prozent der älteren Generation seien pflegebedürftig. Deshalb appellierte er: "Wir dürfen nicht davon ausgehen, in Pflegebedürftigkeit hineinzuwachsen." Im Gegenteil: Die Menschen könnten länger aktiv bleiben, ihr Erfahrungsschatz sei länger nutzbar - für Ehrenämter, aber auch in der Berufswelt. Auernheimer: "Ich träume nicht vom 80-jährigen Schichtarbeiter, aber das Wissen von Seniorexperten müssen wir nutzen."
Unternehmen könnten die Arbeitsbelastung älterer Mitarbeiter schrittweise herunterfahren, sagte der 66 Jahre alte Staatssekretär a. D. So bleibe der Betroffene aktiv und könne sein Wissen an Jüngeren weitergeben. Das funktioniert, wie das Beispiel des Cochemers Bernd Riechert zeigt, der im Publikum Auernheimers Worten folgte. Riechert ist 70 Jahre alt, arbeitet aber immer noch ein paar Stunden als Buchhalter. "Es ist ja schon hilfreich, wenn das Muss wegfällt, mit 67 in Ruhestand zu gehen", sagte er.
Wie sehr auch ihr ambulanter Pflegedienst in Pommern von Ruhe und Erfahrung älterer Mitarbeiter profitiert, betonte Mechthild Thönnes: "80-jährige Demenzkranke tun sich mit 20-Jährigen, die sie pflegen, oft schwer. Sie haben einfach nicht den gleichen Hintergrund." Schon ambulante Hilfen, etwa beim Einkauf oder Putzen, machen das Leben in den eigenen vier Wänden für viele Senioren wieder möglich, erzählte sie. Welche Leistungen Thönnes" Pflegedienst anbieten muss und kann, hängt vom Einzelfall ab. Daher gibt es kostenlose Beratung für Angehörige.
Jupp Weismüller, stellvertretender Vorstandsvorsitzender der AOK Rheinland-Pfalz, verdeutlichte unter anderem, die Pflege von Angehörigen sei zu 60 Prozent Frauensache. Die "Vereinbarkeit von Pflege und Beruf" müsse in Unternehmen verbessert werden. Weismüller: "Wenn ein junger Vater seinem Kind die Windeln wechselt, erzählt er den Arbeitskollegen stolz davon. Wenn er plötzlich seinem Vater die Windeln wechselt, wird nicht darüber geredet." Hier gelte es, "psychologische Barrieren" zu überwinden.
Früh altengerecht bauen
Einen oft unbeachteten Aspekt des Älterwerdens sprach Arno Krämer an, Mitarbeiter eines Kaisersescher Bauunternehmens: Die meisten Cochem-Zeller haben ein Haus. "Immer wieder stehen Renovierungen an, doch nur selten wird frühzeitig geschaut, wie ich"s altengerecht mache." Auf dieses Segment haben er und einige Kollegen sich spezialisiert. Künftig wird das wichtiger, da ist sich Krämer sicher.
Artikel der Rheinzeitung von David Ditzer

 

Woche der SPD: Veranstaltung am 29. April 2009 im Hotel Schloss in Zell

Thema: "Gesund und gut verarztet? - Ärztliche Versorgung in Cochem-Zell"

Keine Lösung für die Lage der Ärzte in Sicht

Ärzte werden heutzutage zwischen ihren vielfältigen Verwaltungsaufgaben und der Versorgung der Patienten aufgerieben. Deshalb wollen viele junge Mediziner sich nicht mehr niederlassen. Am ehesten hat darunter der ländliche Raum zu leiden, wie ein Vortrag zur Woche der SPD wieder verdeutlichte.

ZELL. Meine Güte, was hat sich da für ein Frust angestaut! Heike Raab hatte den Vorsitzenden der Kassenärztlichen Vereinigung Rheinland-Pfalz, Dr. Günter Gerhardt, zur Woche der SPD ins Hotel Schloss Zell zu einem Gesprächsabend eingeladen. Im Publikum saßen viele niedergelassene Ärzte des Kreises - mitsamt ihrem Unmut, ihren Sorgen und ihren Erfahrungen aus der täglichen Zwickmühle zwischen Bürokratie und Patient.
Verständnis dafür finden sie bei Dr. Gerhardt: "Wir müssen einen Weg finden, dass der Arzt seinem Studium und seiner Ausbildung entsprechend arbeiten kann", sagt er. Derzeit ist das nicht der Fall: 50 Prozent seiner Zeit verbringt der Arzt mit Verwaltungsaufgaben.

Medienerfahrener Redner

Dr. Günter Gerhardt ist nicht nur niedergelassener Arzt mit Praxis in der Nähe von Alzey und Dozent an der Universität Mainz mit einem allgemeinen Lehrauftrag, sondern er war bis vor einiger Zeit einer der ZDF-Fernsehärzte. In seinem Vortrag zeigte er sich als medienerfahrener Redner, seine Gesten sind offen, die Botschaften vom Verwaltungsdeutsch befreit und, soweit es die ärztliche Versorgung betrifft, klar: "Wenn es nicht funktioniert, dann wird es sich in der ländlichen Region zuerst zeigen."
In vielen ländlichen Regionen fehlen schon heute Ärzte. Was wird in Zukunft auf unsere Region zukommen? Und was ist zu tun, um eine Krise abzuwenden? Die Ärzte, die sich zu Wort meldeten, erkennen das Problem, diagnostizieren es und empfehlen auch gleich eine Therapie, gerade so, wie sie es in ihrem Alltag gewohnt sind. Aber liegt in einer Vielzahl zersplitterter Einzellösungen die Zukunft?
Die Symptome sind bekannt: Ärzte müssen ihre Entscheidungen über Untersuchungen und Behandlungen nicht nur nach dem Wohl der Patienten, sondern auch anhand ihres Budgets treffen. Die Arbeitstage sind lang, oft zu lang, und dem steht, wie die Ärzte es erleben, nicht die angemessene gesellschaftliche und finanzielle Anerkennung gegenüber. "Mitte bis Ende Juni ist Zahltag", sagt Dr. Gerhardt, erst dann lässt sich beziffern, wohin das Geld geflossen ist, das mit der neuen Gebührenordnung zur Verfügung gestellt wurde und wo eventuell nachgebessert werden muss.
Es geht noch weiter mit den Problemen: Was ist mit den 70 Prozent der Chirurgie-Studenten, die planen, nach Abschluss ihres Studiums ins Ausland zu gehen? Wo sind die Nachfolger für die Ärzte im Kreis, die heute um die 50, 55 Jahre alt sind und für die der Nachwuchs bei einer durchschnittlich elf Jahre langen Ausbildungsdauer schon in den Startlöchern stehen müsste? Warum sind die bürokratischen Hürden für die Neugründung einer Praxis so hoch, und warum gelingt es insbesondere den Interessenvertretern der Ärzteschaft nicht, hier flexibel und kollegenfreundlich zu reagieren?
Viele Symptome, wenige Lösungen: Was macht ein Arbeiten im Ausland für deutsche Ärzte so attraktiv, wenn das Gesundheitssystem in Deutschland tatsächlich so sehr viel besser ist als in anderen Ländern, wie es immer wieder heißt? Ist es die Erwartung an die Rund-um-die-Uhr-Bereitschaft, die junge Ärzte nicht mehr erfüllen können und wollen? Und wie viel bringt in diesem Zusammenhang die Einrichtung einer ärztlichen Bereitschaftspraxis, die im Kreis bis Ende des Jahres eröffnet werden soll? Aber wo soll sie sein, diese Praxis? In Cochem oder in Zell? Und was ist mit den Ärzten, die auf Einkünfte aus den Notdiensten angewiesen sind und gar keine Lust haben, ihren finanziellen Beitrag zu der Bereitschaftspraxis zu leisten?

Praktikable Ideen vonnöten

Schwieriger als jede Lösung ist die Bewertung der Aufschreie angesichts jedes Versuchs einer Änderung. Dabei finden diese Änderungen doch schon längst statt: Rund 63 Prozent der Medizinstudenten sind Frauen, in Mainz sind es sogar bereits 70 Prozent. Es sind nicht nur Frauen, die, wie einer der Teilnehmer meinte, Medizin studieren, "um ihren Doktor zu machen oder um einen Doktor zu heiraten", sondern sie sind die Ärztinnen der Zukunft. Vielleicht müssen dem alten Modell des Hausarztes mit der hilfreichen, den Rücken freihaltenden Gattin und den im Hintergrund heranwachsenden Kindern endlich andere und praktikable Modelle beigestellt werden, um dieser Entwicklung Rechnung zu tragen.
Es ist jedenfalls eine schwierige Aufgabe, die sich Heike Raab stellt, wenn sie dafür sorgen möchte, dass die Menschen in der Region mit der gleichen Sorgfalt und Qualität ärztlich versorgt werden wie die Menschen, die sich für ein Leben in der Stadt entschieden haben.
Artikel der Rheinzeitung von Ulrike Krickau

 

Woche der SPD: Wanderung auf dem historischen Wanderweg rund um Kaisersesch am 26. April 2009

Treff- und Endpunkt der Wanderung auf dem historischen Rundwanderweg Kaisersesch ist die Brasserie "Alt Esch" in der Koblenzer Straße 13 in Kaisersesch. Der Rundwanderweg hat eine Länge von 7,7 Kilometern, die Wanderung dauert etwa zwei Stunden. Start ist um 14 Uhr.

Der historische Rundwanderweg verläuft vom Postplatz aus entlang der Kirche und steigt vom Kallebor aus über den Heideberg hinauf zum Römerturm, von wo sich ein wunderbarer Blick über die Eifel ergibt. Entlang einem Feldweg senkt sich der Weg ins Tal, wobei die Landstraße nach Hambuch überquert wird und man den restaurierten Pommerbach erreicht. Nach der Marienkapelle und einem Abstecher zum Judenfriedhof führt der Weg unter der Autobahn hindurch in ein Bachtal, in dem an lang verschütteten Schiefergruben das Pulverhäuschen liegt.
Am Waldrand entlang erreicht man die Straße nach Martental, überquert diese und die Autobahn und kommt am Rande eines Fichtenwäldchens zu einer mittelalterlichen Richtstätte. Nicht weit davon erinnert ein Basaltstein an die Gefallenen des Zweiten Weltkrieges. Jetzt geht es durch einen Buchenwald. Über die Martinshütte erreicht man die Waldkapelle. Von dort aus geht es wieder zur Brasserie.

Woche der SPD: Veranstaltung am 23. April 2009 im Cochemer Kulturzentrum Klosterberg

Thema: Autorenlesung mit Diskussion zum Thema "Arm durch Arbeit" mit Markus Breitscheidel

Leiharbeit und Hartz- IV- Dasein persönlich erlebt – Lesung mit Markus Breitscheidel

Mucksmäuschenstill waren die knapp 60 Zuhörerinnen und Zuhörer bei der Autorenlesen mit Markus Breitscheitel zu der die SPD ins Kapuzinerkloster eingeladen hatte. Breitscheitel, selbst wohnhaft in Bruttig- Fankel, hatte wie Günter Wallraff, in Betrieben recherchiert, wie es sich anfühlt zu Dumpinglöhnen als Leiharbeiter tätig zu sein. Arm durch Arbeit lautet der Titel seines zweiten Buches.

Heike Raab führte in das Thema ein und stellte Markus Breitscheidel vor, der Leiharbeit und Hartz- IV Dasein persönlich erfahren hatte.

Sein packender Bericht ließ die Zuhörer nicht kalt. Obwohl in Cochem- Zell die Arbeitslosenquote mit durchschnittlich 5 bis 6 Prozent niedrig sein, machte Heike Raab deutlich, das nach dem Bericht der IHK ein extrem niedriges Niveau des Bruttoinlandproduktes je Erwerbtätigen bestehe. Das bedeutet: es werden in einigen Bereichen extrem niedrige Löhne bezahlt. Oft so niedrig, dass die Frauen und Männer in solchen Jobs trotz vollzeitiger Tätigkeit, davon nicht gut leben können.

Breitscheitel unterstrich in seinem Buch, die Notwendigkeit von Mindestlöhnen, die er sogar gerne bei über 8 Euro ansiedeln würde. Auch als so genannter Leiharbeiter oder Zeitarbeiter habe Markus Breitscheitel deutlich unter sieben Euro pro Stunde bekommen. Immer mehr würden Stammbelegschaften durch Leiharbeiter ersetzt. Das verdränge „gute“ Arbeitsplätze und stürze die Arbeitnehmer in immer größere Unsicherheiten und Ängste. „Wie soll ein junger Mensch unter solchen Bedingungen eine Familie gründen wollen?“ fragte Breitscheitel. Nach der Lesung entspann sich eine spannende Diskussion mit vielen persönlichen Beobachtungen der Zuhörerschaft. Einig waren sich Raab und Breitscheitel darin, dass Bildung und Bildungsteilhabe entscheidend seien, um Menschen Perspektiven zu eröffnen. Der kostenfreie Kindergarten und das gebührenfreie Studium in Rheinland- Pfalz ermöglichten allen Familien ihre Kinder nach ihren Begabungen und nicht nach dem Geldbeutel der Eltern zu fördern. Auch der Sozialfonds fürs Mittagessen in Kindertagesstätten und in Schulen, sei entscheidend, damit Kindern, deren Eltern Geringverdiender oder Hartz IV Empfänger seien, ein ebenso würdiges Leben ermöglicht wurde, wie allen anderen Kindern auch. Das Buch „Arm durch Arbeit“ ist in der Buchhandlung Layaa- Laulhe vorrätig.

 

Mandatsträger

Landkreis Cochem-Zell

Besucher:931002
Heute:78
Online:1

Kontakt

SPD-Bürgerbüro

Ravenéstr. 41

56812 Cochem

Fon: 02671/603838 

Fax: 02671/603839

eMail: info@spd-cochem-zell.de